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Freitag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Wie Strom speichern? Die große Zukunftsfrage Windkraft Windenergie im Gegenwind Das Kalenderblatt 21.2.1962 Meister Eder und sein Pumuckl starten im BR Von Herbert Becker Wie Strom speichern? - Die große Zukunftsfrage Autor: David Globig / Regie: Rainer Schaller Wind und Sonne sind keine besonders zuverlässigen Energiequellen. Manchmal weht genau dann nur ein laues Lüftchen, wenn der Strombedarf besonders hoch ist. Oder umgekehrt: Die Windräder könnten dank Sturm auf Hochtouren laufen, doch niemand will in diesem Moment den Strom haben. Ganz ähnliche Probleme gibt es mit Photovoltaikanlagen. Die Schwankungen stellen auch das Stromnetz vor eine immer größere Herausforderung. Um eine vollständige Energiewende zu schaffen, brauchen wir deshalb Speicher für den regenerativ erzeugten Strom. Wer Solarzellen auf dem Dach hat, der kann damit Batterien aufladen und auch nachts Sonnenstrom nutzen. Im großen Maßstab wird die Sache allerdings kniffliger. So gibt es in Deutschland z.B. keine ausreichende Zahl von geeigneten Standorten für Pumpspeicherkraftwerke. Wissenschaftler und Ingenieure suchen darum nach Alternativen. Eine Möglichkeit: Druckluftspeicher, unterirdische Hohlräume etwa, in die mit überschüssigem Strom Luft gepumpt wird. Bei Bedarf lässt sich damit ein Generator antreiben. Überschuss-Strom ist aber auch in der Lage, Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen. Den Wasserstoff kann man z.B. für emissionsfreie Autos nutzen oder zu synthetischem Methan weiterverarbeiten. Dieses Methan ist so einfach speicherbar und verwendbar wie Erdgas. Windkraft - Windenergie im Gegenwind Autor: Hellmuth Nordwig / Regie: Axel Wostry Das Ziel ist ehrgeizig: 65 Prozent des Stroms in Deutschland sollen bis 2030 aus erneuerbaren Energien kommen. Die Windkraft ist dabei ein unverzichtbarer Baustein, sowohl an Land als auch auf See. Doch der Ausbau ist ins Stocken geraten: Von den jährlich etwa 1.500 nötigen Windrädern wurden im ersten Halbjahr 2019 gerade einmal 81 gebaut - so wenige waren es zuletzt im Jahr 1997. Die Interessenverbände kritisieren überlastete Genehmigungsbehörden und eine fehlende Koordination zwischen Bund und Ländern. Vor allem aber steht die Abstandsregelung in der Kritik, die in Bayern besonders streng ist, aber auch im Rest der Republik aus Sicht der Windkraft-Befürworter zu rigide: Standorte, die von besiedeltem Gebiet weiter entfernt sind als 1000 Meter, sind in Deutschland nicht mehr leicht zu finden. Dabei tut die Branche viel dafür, die Akzeptanz der Bevölkerung zu erhöhen: Schallschutzmaßnahmen sollen bewirken, dass man kaum noch mehr hört als den Wind selbst, und in Zeiten, in denen viele Vögel und Fledermäuse unterwegs sind, werden Windkraftanlagen abgeschaltet. Doch das hilft nicht viel: "Viele Menschen wollen trotzdem kein Windrad vor ihrer Haustür", berichtet ein besorgter Wissenschaftler. Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Matthias Eggert

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

Rhapsodie in Grün Wie die Klassik-Szene auf den Klimawandel reagiert Von Dagmar Penzlin Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Weiterzumachen wie bisher ist keine gute Idee: Der Klimawandel schreitet rasanter voran als von Wissenschaftlern prognostiziert. Auch klassische Musiker und der Klassik-Betrieb an sich stehen vor der Herausforderung, darauf zu reagieren. Organisatorisch wie künstlerisch. "Wir sind ganz klar am Ende unserer Zeit. Und wir Musiker sind ein Teil unserer Zeit." So die Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Sie engagiert sich für Umweltprojekte und tritt etwa mit dem Orchester des Wandels auf. Gegründet haben es schon 2011 Musiker der Staatskapelle Berlin unter dem Dach der NaturTon-Stiftung. Die Programme ihrer "Klimakonzerte" sollen gerade auch die Klimakrise emotional erfahrbar machen. Die Berliner Musiker waren Pioniere. Jetzt kommt das Thema Klimawandel breiter in der Klassik-Szene an: zum Beispiel mit Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten", algorithmisch bearbeitet durch Daten zum Klimawandel und zur sinkenden Artenvielfalt, oder durch "Zukunftswerkstätten Musik und Klima". Darüber hinaus versuchen Veranstalter von klassischen Konzerten, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern. So planen in Dänemark die Helsingborger Symphoniker, ab 2020 keine Solisten mehr einzuladen, die mit dem Flugzeug anreisen müssten; sie selbst reisen mit der Bahn. In Freiburg setzen die Albert-Konzerte zunehmend auf Klimaneutralität. Und auch andere Orchester wie Solisten hinterfragen ihre Routinen.

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Syrischer Schönheitswettbewerb ,Mr. Gay Syria" Von Christian Buckard Regie: Thomas Wolfertz Produktion: Dlf 2018 Syrische Homosexuelle kommen normalerweise nur dann in die Schlagzeilen, wenn sie den IS-Terroristen zum Opfer fallen. Der syrische Journalist Mahmoud Hassino wollte das ändern. Er hat daher 2016 einen Wettbewerb zur Kür des ,Mr. Gay Syria" ins Leben gerufen - einen Schönheitswettbewerb für schwule Männer. Hussein, ein im Istanbuler Exil lebender junger Friseur aus Aleppo, gewann die Wahl. Hussein musste seine Ehefrau und seine kleine Tochter in Syrien zurücklassen. Er träumt nicht nur davon, sich selbst, sondern auch seine Familie in ein besseres Leben hinein zu retten. Doch bislang durfte Hussein weder nach Malta noch nach Deutschland reisen. Der preisgekrönte Dokumentarfilm ,Mr. Gay Syria" von Ayse Toprak erzählt die Geschichte von Hussein, Mahmoud und ihren Freunden. Vielleicht vermag die Magie des Kinos ja, was bislang nicht gelang: Aufmerksamkeit erregen und Grenzen öffnen. "Mr. Gay Syria"

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